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13 Semester

31 Januar 2010 900 views No Comment

Einleitung
Ein deutscher Film über zwei mehr oder weniger erfolgreiche Erstis und ihr Studium fern ab vom Arsch der Welt, das ist 13 Semester. Überraschung? – Wohl kaum. Zwar wird dem Zuschauer nicht umbedingt die xte, krude Romantik Komödie made in Berlin oder stumpfe College Blödelei zum Fraß vorgeworfen, aber wirklich Neues bringt das Kino Regiedebüt von Frieder Wittlich auch nicht.

Storyline
Zwei ziemlich blasse Typen vom Dorf, Moritz und Dirk, machen sich zum Studium der Wirtschaftsinformatik auf nach Darmstadt. Dort soll das Leben so richtig losgehen.
Während Dirk in seinem Studium so richtig aufgeht, tut sich Momo schwer und feiert, mit seinen 13 Semestern lange schon über der Regelstudienzeit, den üblichen Mitt20erblues: Kein Geld, abgefuckte Mitbewohner, die erste große Liebe und ein Lehrplan, der sich auch nicht ewig auf‘s nächste Semester verschieben lässt.

So orientiert sich der Handlungsstrang chronologisch an den einzelnen Semestern, die gängigen Studenten-Klischees werden verbraten und am Ende gibt es eine Hochzeit.
Aufpeppen soll die abgeflachte Handlung die Leistung von Jungschauspielern, wie Max Riemelt („Die Welle“), als Moritz und Alexander Fehling („Inglourious Bastards“) als nerviger Langzeitstudent.

Tatsächlich gelingt es auch nicht unbedingt ausschließlich in die Kerben Sex, Drugs & Rock `n`Roll zu zu hauen, sondern auch den Weg zwischen Karrierestreben, Druck von Außen, den eigenen Wünschen und der Realität zu zeichnen, doch hätte man das sicher auch überzeugender umsetzen können.

Mit den heutigen Studentenprotesten und dem allgemeinen Unmut zu Bologna-Beschlüssen, Bildungsverknappung und Studiengebühren, hat der Film kaum etwas zu tun, sondern zeigt ein gegenteiliges Bild von war und ist-Zustand.

Aber es handelt sich ja auch nicht um eine Dokumentation, sondern eine Komödie. Positiv sind zumindest einzelne Perlen aus dem Soundtrack hervor zu heben. Zeigt der Film wenig Einblicke über Jugendkultur und kritischen Umgang mit Zeitgeschichte, singen zumindest Bonaparte aus Kreuzberg ihr legendäres „Anti Anti“ – was sich im Film auf abgedroschene Dialoge und Saufspiele beschränkt.





Bewertung
Wer sich also mit seichter Unterhaltung und ausgelutschten Studivz Gruppennamen-Zitaten anfreunden kann, in den 90ern BWL, Jura oder Wirtschaftsmathematik studiert hat oder die Bücher von Stuckrad-Barre und den üblichen Verdächtigen zu seiner Lieblingslektüre zählt, wird sich hier vielleicht den ein oder anderen Weißtenochdamals-Schenkelklopfer abringen können. Ansonsten ist der Film vielleicht noch zukünftigen Abiturienten aus den Käffern Schleswig Holsteins und anderswo an‘s Herz zu legen: So verlockend es auch klingt, das wilde, freie Leben unterscheidet sich auch in Darmstadt oftmals nicht groß von den Feuerwehrfesten daheim.

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