A Serious Man

Einleitung
A Serious Man ist der neue Film, auf den Fans der Coen-Bruder bestimmt schon gewartet haben. Im Mittelpunkt der rabenschwarzen Tragik-Komödie steht der klassische Loser Typ, der trotz dass ihn sein Leben auf eine Achterbahnfahrt ziemlich steil bergab schickt, die Hoffnung nicht aufgibt. Eine Hommage an die eigene Religion und Kindheit des genialen Oscar-Doppelpacks.
Storyline
Eine Kleinstadt in den späten 60ern: Larry Kopnik hat alles, was ihn glücklich machen sollte, und doch erkennt man auf dem ersten Blick, dass das so einfach nicht ist. Er ist der klassische Nerd mit Bäuchlein, dicker Brille und mies geschnittenen Anzügen, außerdem ist er Jude. Als Professor für Physik ist er unter seinen Studenten nicht gerade für sein Durchsetzungsvermögen bekannt, weswegen einer seiner Studenten ihn um gute Noten erpresst.
Auch die Familie im netten Vorstadthäuschen ist nicht das, was sie mal war: Sein krimineller Bruder nistet sich bei ihm ein und fällt allen ganz gehörig auf den Wecker, seine Tochter bestiehlt ihn und der Sohn ist dank regen Marihuana-Konsums auch nur noch körperlich anwesend. Als Ehefrau Judith ihm dann erklärt, es sei Zeit über die Scheidung zu reden, da sie sich mit dem aufgeblasenen Witwer Sy Ableman zusammen getan hat, stürzt das sorgfältig aufgebaute Leben wie ein Kartenhaus Stück für Stück zusammen.
Doch so leicht lässt sich Larry nicht entmutigen. Er macht sich auf seine ganz eigene Sinnsuche – gespickt vom coenschen Humor sucht er Hilfe bei 3 Rabbis, die ihm die abstrusesten Ratschläge geben. Aber wie heißt es so schön, in der Not findet man eben doch zu Gott. Turbulent werden hier verschrobene Bräuche, Rituale und kleine Anekdoten des jüdischen Lebens in den 60ern und 70ern verunglimpft, ohne dass es abgedroschen wirkt. So reihen sich immer wieder Episoden aneinander, die mit dem eigentlichen Handlungsstrang nichts zu tun haben und sich im nichts verlaufen, ohne dass man es dem Film krumm nehmen könnte oder es gar als störend empfindet. Ebenso wurde auch das Ende, die Bar Mizwa des verdrogten Sprösslings, gestaltet. Der Zuschauer nimmt den Blickwinkel des Verlierertypens Larry ein und begleitet ihn auf die teilweise grotesk anmutenden Streiche, die einem das Leben mit seinen Mitmenschen eben so spielt.
Bewertung
Überzeugend umgesetzt haben die Coen Brüder diese tragische Komödie nicht etwa mit hochgranatiger Starbesetzung, wie wir es noch von Burn after Reading kennen. Statt Brad Pitts und George Clooneys holten sie sich eher unbekannte Schauspieler an den Dreh, die aber, und das macht die Besonderheit des Films aus, allesamt jüdischen Glaubens sind und so eine gehörige Portion Authentizität in die Geschichte bringen. Fans, die neben den Coens auch Woody Allen zu ihren Filmfavoriten zählen, kommen hier voll auf ihre Kosten. Ein schön trauriger Film mit einer hoffnungslos hoffnungsvollen Hauptfigur.





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