Alice in Wunderland
Einleitung
Man nehme den Großmeister des düsteren Fantasy Kinos, Tim Burton, und gebe ihm seinen Haus-Darsteller Johnny Depp an die Hand, mixe das ganze mit einer großen Portion schrillen 3 D-Effekten und heraus kommen müsste ein skurriles Märchen für Jung und Alt. Dass das bewährte Rezept bei „Alice in Wunderland“ dann doch nicht 100% aufgehen möchte, könnte an der Zusammenarbeit mit Walt Disney liegen.
Bereits vor 100 Jahren setzte man sich in England erstmalig mit der filmischen Umsetzung des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll auseinander. Nun hat sich auch Fantasy-Regisseur Tim Burton (Nightmare before Christmas, Big Fish, Batman) an den illustren Stoff um die junge Heldin Alice, die ihre verrückten Abenteuer im Wunderland verlebt und dabei auf schräge Figuren wie den verrückten Hutmacher, die Grinsekatze oder das weiße Kaninchen trifft, gemacht.
Doch Burton macht die Geschichte, die im viktorianischen England spielt, mit der Hilfe von Drehbuchautorin Linda Woolverton, zu einem modernen Märchen des 21. Jahrhunderts.
Storyline
Die junge Alice Kingsley bekommt auf einer Gartengesellschaft einen Heiratsantrag vom wahrscheinlich schnödesten und arrogantesten Mannsbild auf der ganzen Welt. Während die gesamte Gesellschaft gespannt darauf wartet, dass das junge Mädchen standesgemäß einwilligt, zieht sich Alice zum Überlegen zurück und landet durch ein Wurzelloch versehentlich in einer seltsamen Zwischenwelt, die jedoch nicht mehr auf Wundeland hört, sondern „Unterland“ genannt wird. Hier wird die zarte Alice (gespielt vom australischen Nachwuchsstar Mia Wasikowska) schon vom verrückten Hutmacher (grandios verschroben wie immer: Johnny Depp) und seinen Freunden mit den Worten „Alice ist zurück gekehrt“ erwartet, denn vor 13 Jahren war sie bereits schon mal zu Gast.
Doch seit ihrem letzten Besuch im Unter-Wunder-Land hat die rote Königin (schaurig schön gespielt von Burtons Lebensgefährtin Helena Bonham Carter) das Zepter an sich gerissen und die weiße Königin (eine neurotisch nervöse Anne Hathaway) verdrängt.
Die Prophezeiung sieht jedoch vor, dass Alice im Kampf gegen den Jabberwocky gewinnen und das Unterland so vor der Kopf-ab-Schreckensherrschaft erlösen wird.
Nach einer abenteuerlichen Reise kehrt die junge Heldin gestärkt in die Realität zurück, wo sie verkündet, ihr Leben fortan selbstbestimmt gestalten zu wollen.
Fazit
Die kreative Neubewertung der alten Alice im Wunderland Story und die Aufladung des Stoffes mit einem emanzipatorischen und sozialkritischen Inhalt ist eine gelungene Herangehensweise für einen Kinofilm, der sowohl junge als auch alte Zuschauer ansprechen soll. Dennoch werden gerade eingefleischte Burton Fans nicht ganz so glücklich mit Alice im Wunderland sein. Brilliert die Umsetzung wie zu erwarten vor allem durch die großen schauspielerischen Leistungen, erschlagen einen die zwar schon für Disney Verhältnisse sparsam eingesetzten 3 D-Effekte, dennoch hätte eine abgespeckte Version das künstlerische Werk mehr in den Mittelpunkt gerückt. So hat man oft das Gefühl, es handle sich um eine auf Disney-Publikum zugeschnittene Version eines Burton Werkes. Ähnlich beobachtet man auch beim Soundtrack. Burton setzt zwar auch hier wieder auf seine Dreamteam Besetzung mit Filmkomponist Danny Elfman, den Titelsong „Alice“ singt allerdings Avril Lavigne. Wer darüber hinwegsehen kann, der wird durch die emanzipierte Version des Fantasy Abenteuers sicherlich entschädigt.






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