Bollywood & die Berlinale – My Name is Khan
Bollywood scheint in Berlin angekommen zu sein, genauer gesagt auf der diesjährigen Berlinale. Wurde auch Zeit, sollte man denken, schließlich werden in Indien mittlerweile pro Jahr mehr als 1000 neue Bollywood Filme produziert. Die Anhängerschaft nimmt ebenso rapide zu. Vor rund zehn Jahren hätte vermutlich kaum einer prognostiziert, dass ein bis dato hierzulande vollkommen unbekannter Bollywood-Star wie Shahrukh Kahn für einen derartigen Wirbel in den Straßen Berlins sorgen kann.
Dass dem so ist, stellte der Khan (wie er hochachtungsvoll von den Fans genannt wird) vergangenes Jahr unter Beweis. Straßen wurden gesperrt, unzählige Fans waren außer sich vor Freude den Khan leibhaftig gegenüber zu stehen und selbst der Bollywood-Star Nummer Eins zeigte sich angesichts des Starrummels um seine Person etwas überrascht.
Von vielen wird der Film “In guten wie in schweren Tagen” als Bollywood-Durchbruch in Deutschland gesehen. RTL2 verdankt dieser Entwicklung schwindelerregende Zuschauerzahlen und die Fans unzählige Tränen, die sie voll des Mitgefühls beim Sehen der Bollywood-Filme vergossen haben. Um diese Entwicklung bloß nicht zu bremsen, setzt Bollywood jetzt auf Professionalität. Mit “My Name is Khan” versucht man weiter zu expandieren und bisher vom Bollywood-Phänomen unbeeindruckte Kinozuschauer für sich zu gewinnen. Ob das Konzept aufgehen wird, ist ungewiss, doch die Chancen scheinen gut zu stehen. Selbst Dieter Kosslick, seines Zeichens Berlinale-Oberhaupt, ist letztes Jahr nach Indien geflogen. Das Resultat: Auf der Berlinale wird Bollywood mit insgesamt neun Filmen vertreten sein. Absolutes Highlight wird dabei besagter “My Name is Khan”-Streifen werden. Man darf gespannt sein, inwiefern sich die Berlinale-Zuschauer für die indischen Filmproduktionen begeistern lassen. Bollywood jedenfalls scheint eine rosige Zukunft bevorzustehen.
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