Das Kabinett des Dr. Parnassus
Einleitung
Der Kinostart von Terry Gilliams zehnten Film, dem Fantasy Spektakel „Das Kabinett des Dr. Paranassus“, steht unter einem traurigen Datum. Fast zwei Jahre ist es nun her, dass der australische Schauspieler Heath Ledger mitten in den Dreharbeiten überraschend zu Tode kam. Nur mit Hilfe eines ungewöhnlichen Rollen-Splittings konnten die Arbeiten beendet werden und kommen nun als ehrwürdiges Denkmal in die deutschen Kinos: Ledger, als vom Tod gezeichneter Tony, in seiner letzten Rolle.
Storyline
Die Geschichte des düsteren Fantasymärchens spielt in London. Hier steht das erfolglose Wandertheater von Dr. Parnassus, einem seltsamen Kauz, gespielt von Christopher Plummer, dessen Bühne genau so viele Geheimnisse verbirgt, wie er selbst: Durch einen magischen Spiegel können die Zuschauer Eintritt in das Reich ihrer Träume und Fantasien erlangen. Diese Reise endet jedoch immer mit einer Art jüngstem Gericht. Entscheidet man sich für die Entsagung aller Laster, kehrt man unbescholten in die Realität zurück. Wählt man jedoch das Laster, holt einen der Tod, und die Seele wird dem Teufel zugesprochen.
Dr. Paranassus hat ebenfalls ein großes Laster, nämlich das Glücksspiel. Mehr als einmal hat er mit dem Teufel, dem ewig rauchenden Mr. Nick, grandios verkörpert vom Singer/Songwriter Tom Waits, schon gewettet. Ging das Geschäft zu Anfang noch gut für ihn aus und schenkte ihm die Unsterblichkeit, musste er bei einem anderen Pakt einen faulen Handel in Kauf nehmen. Da sich Dr. Parnassus unsterblich in ein Mädchen verliebte, versprach er dem Teufel, dass er das erste Kind, was aus dieser Verbindung hervorgehe, im Alter von 16 Jahren holen könne, wenn er ihn wieder in einen Jüngling verwanden würde, um seine große Liebe für sich zu erobern.
Die Rechnung ging auf, doch nun naht der 16. Geburtstag von Paranassus feenhafter Tochter Valentina, wunderbar verkörpert von Topmodel Lily Cole. Kurz vor ihrem Geburtstag geht ihr Vater eine neue Wette mit dem Teufel ein: Um Valentina zu retten, beginnen beide eine Art Wettstreit um die Seelen von 4 Menschen.
Behilflich ist der skurrilen Theatertruppe dabei der geheimnisvolle Tony, den man erhängt von einer Brücke rettete. Doch so richtig trauen will dem geheimnisvollen Galgenvogel, gespielt von Heath Ledger, keiner bis auf Valentina, die sich in ihn verliebt.
Bewertung
Opulente Kostüme und zahlreiche Effekte nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise voller Galgenhumor, psychologischen Abgründen und dem klassischen Bild vom Pakt mit dem Teufel. Zahlreiche Anspielungen auf den „Prolog im Himmel“ aus Goethes Faust oder Chamissos „Peter Schlemihl“ werden jüngere Zuschauer verwirren und machen es schwer, der Geschichte zu folgen.
Entschädigen hingegen wird den Zuschauer aber die herausragende schauspielerische Leistung, vor allem beim Rollen-Splitting nach Ledgers Tod, bei dem sich Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell den Part des Tony teilten.
Für Fans von düsteren Märchen a là Tim Burton genau der richtige Film. Immerhin hat sich Gilliams mit Ledger und Depp erfahrene Genregrößen an Bord geholt, die ihr Können unter anderem in ähnlichen Fantasyverfilmungen wie Brothers Grimm, Charlie und die Schokoladenfabrik oder Alice im Wunderland unter Beweis stellen konnten. Letzterer erscheint unter der Regie Burtons übrigens im März in den Kinos.






Ich find vor allem die Idee sehr witzig, das andere Aussehen der Ersatzschauspieler ins Drehbuch reinzuschreiben und in der Handlung zu thematisieren. War ja nun wirklich keine einfache Aufgabe vor der die Macher des Films da nach Heath Ledgers Tod standen.
Wir freuen uns auf Dein Kommentar!