Precious – Das Leben ist kostbar
Einleitung
Kaum ein Film hat während der letzten Filmpreis- und Academy Award-Verleihungen so sehr für Überraschung gesorgt wie das Sozialdrama „Precious“. Dem Vorzeige-Blondchen in Stöckelschuhen setzt Regisseur Lee Daniels (Moster‘s Ball) 165kg Körpergewicht, einen Berg an Problemen und eine grandiose Schauspieltruppe entgegen, die u.a. 2 Oscars einheimste.
Storyline
Precious, – das heißt übersetz soviel wie „kostbar“ – so bezeichnet sich die 16 jährige Claireece (wunderbar: Nachwuchsschauspielerin Gabby Sidibe) Jones selbst. Wie alle Mädchen in ihrem Alter träumt sie von einer Karrie als Model oder Popstar, Ruhm, Partys und einem tollen Freund. Dass die Realität eine ganz andere Geschichte erzählt, wird auf dem ersten Blick klar.
Die farbige Claireece ist stark übergewichtig, Analphabetin und bereits zum zweiten Mal schwanger. Erzeuger ihrer Babys ist der eigene Vater, der seine Tochter seit ihrer Kindheit vergewaltigt, während die Mutter (Künstlerin Mo’Nique bekam für ihre Rolle einen Osar als beste Nebendarstellerin) wegsieht oder Claireece körperlich misshandelt, verspottet und wie eine Dienstbotin behandelt. Hinzu kommt, dass ihr Vegewaltiger sie auch noch mit dem HIV Virus angesteckt hat und die Schule nicht mehr mitspielt. Claireece droht der Rausschmiss, und keinen interessiert es.
Eine letzte Lösung wäre das Lernprogramm Each One Teach One, zu dem ihr die Sozialarbeiterin Mrs. Weiss (gespielt von Soul-Diva Mariah Carrey) rät. Unter der Förderung der engagierten Lehrerin Miss Rain (Paula Patton) blüht das Mädchen erstmals, lernt sich selbst lieben und schätzen. Ein langer Überwindungs-Prozess steht dem Kreislauf von Gewalt, Vergewaltigung, Hohn und Ignoranz gegenüber, doch dafür muss das eingeschüchterte Mädchen stark sein.
Auch wenn es dem Zuschauer anhand der ersten Filmsequenzen vorkommen kann, als könne die ewig abwärts gerichtete Gewaltspirale zutiefst deprimieren und mit ihrer Schwere erschlagen, werden die einzelen Szenen doch immer durch die heiteren Teeny-Träume aufgelockert, in die sich Claireece vor ihrem hoffnugslosen Alltag in Harlem flüchtet.
Bewertung
Dass die Geschichte nie platt und klischeebeladen wirkt, ist auch der schauspielerischen Leistung zuzuschreiben. Mo‘nique, eigentlich eher als Comedy-Star bekannt, weiß die missgünstige und brutale Mutter bis ins Detail realistisch umzusetzen. Den Gegenpart meistert die bis dahin reine Laiendarstellerin Gabby Sidibe als Claireece erstaunlich überzeugend, was ihr den Ruf als Geheimtipp des neuen Indipendentfilms einbrachte. Selbst Mariah Carey, die sonst eher durch Filmflopps wie „Glitter“ für Aufsehen sorgte, meistert ihre Rolle.
Man bekommt hier bestimmt keine moderne Cindarella-Story aufgetischt. Wer jedoch„Gangsters Paradise“ und „Die Farbe Lila“ zu seinen Lieblingsfilmen zählt, der sollte Precious nicht verpassen!






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