Wolfman
Einleitung
Mit Remakes und Neuauflagen von Filmklassikern ist das ja so eine Sache. Die meisten können dem Original einfach nicht das Wasser reichen. Anders jedoch bei der unter Joe Joe Johnston (Jurassic Park, Jumanji) entstandene Neufassung von Wolfman, welche der Schwarz-Weiß-Fassung von 1941 wunderbar ein Denkmal setzt.
Storyline
Den Edelmann Lawrence Talbot führt nach vielen Jahren der Distanz das unklärbare Verschwinden seines Bruders zurück in seine englische Heimat Blackmoor. In der düsteren, viktorianischen Ortschaft sorgt eine grässliche Todesserie für Unruhe, und auch Talbot hat kein gutes Gefühl bei seiner Rückkehr: Das Verhältnis zu seinem gefühlskalten Vater hat sich nach dem Tod seiner Mutter in seiner frühen Kindheit nicht gebessert. Dieser lebt vereinsamt auf seinem schaurigen und verwahrlosten Herrenhaus, das den perfekten Spielort für eine richtige Horror Geschichte liefert.
Doch für den vermissten Bruder kommt jede Hilfe zu spät. Seine Leiche wird grausam zugerichtet aufgefunden, in der Hand ein seltsames Amulett.
Als Talbot der Herkunft des fremden Schmuckstücks auf den Grund gehen möchte, kommt es zu eine mysteriösen Zwischenfall. Offensichtlich ist nicht nur er in der Nacht, als der junge Edelmann ein Zigeunerkamp im Wald zu dem Anhaltspunkt befragen möchte, auf der Suche. Ein merkwürdiges Wesen überfällt das Lager, wobei Talbot am Hals verletzt wird und eine eigenartige Verwandlung erfährt. Blackmoor ist fortan kein sicherer Ort mehr, wenn der Mond voll am Himmel steht.
Dass Horror- und Vampir-Klassiker gerade einen gewissen Zeitnerv treffen, kann nach den Erfolgen von Twilight wohl keiner mehr bestreiten. Doch statt Teenager Romantik mit Gothic Touch liefert Wolfman 102 Minuten gruselige Spannung pur.
Der Film lebt nicht nur von den aufwändigen Effekten, die auf Joe Johnstons Erfahrung durch die Arbeit an Fantasy-Figuren z.B. bei Star Wars oder Jurassic Park zurückgehen, es sind gerade die menschlich starken Charaktere, die zu einem gelungenen Ganzen führen.
Der wuchtige Benicio del Toro als Lawrence Talbot/Wolfsmann mit seinen groben Gesichtszügen trägt ebenso zu einer authentischen Umsetzung bei, wie der psychotische Vater, gespielt in bester „Schweigen der Lämmer“-Manier von Anthony Hopkins. Lediglich die fragile Gestalt von Gwen Conliffe, der Verlobten des verschwundenen Bruders, gespielt von Emily Blunt, wirkt ein wenig verloren in der morbiden Stimmung, die die englische Landschaft à la Sleepy Hollow einfängt. Den passenden Soundtrack liefert Danny Elfman.
Bewertung
Freunde von guten Horrorfilmen werden ebenso auf ihre Kosten kommen, wie Fans von großen Kino Klassikern. Aber Vorsicht: Nichts für schwache Nerven und einsame Heimwege durch den Wald.






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